metallfreier Zahnersatz Düsseldorf

Das CAD/CAM-Verfahren in der Zahnmedizin

Wie Kronen, Inlays und Brücken am Computer entstehen

Eine Krone entsteht heute nicht mehr zwangsläufig in Handarbeit aus Wachs und Keramikmasse. Stattdessen konstruieren wir viele Versorgungen am Bildschirm und lassen sie anschließend aus einem Keramikblock herausfräsen. Das Verfahren dahinter trägt den Namen CAD/CAM. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie eine solche Versorgung Schritt für Schritt entsteht, was sich dadurch für Sie im Behandlungsstuhl ändert und wo die Technik an Grenzen stößt.

Was bedeutet CAD/CAM in der Zahnmedizin?

Die beiden Kürzel stehen für Computer-Aided Design und Computer-Aided Manufacturing, also für computergestütztes Konstruieren und Fertigen. Übertragen auf den Zahnersatz bedeutet das: Ihre Versorgung entsteht zuerst als dreidimensionales Modell in einer Software und danach als reales Werkstück in einer Fräs- oder Schleifmaschine.

Das Modellieren von Hand entfällt dabei. Auf diesem Weg entstehen vor allem Inlays, Teilkronen, Kronen, kleinere Brücken und Veneers – überwiegend aus Keramik oder Zirkonoxid, also ohne Metall. Welche Materialien dafür infrage kommen, lesen Sie auf unserer Seite zu metallfreiem Zahnersatz.

Warum Keramik?

Fräsen lässt sich nicht jedes Material. Keramik und Zirkonoxid eignen sich dafür besonders gut, weil sie als fester Block vorliegen und sich präzise bearbeiten lassen – anders als Werkstoffe, die man gießen oder pressen muss.

Für Sie bringt diese Materialwahl mehrere Vorteile mit sich:

Natürliche Ästhetik

Vollkeramik imitiert Farbe und Transparenz natürlicher Zähne nahezu perfekt. Kronen, Brücken oder Inlays fügen sich dadurch harmonisch in die Zahnreihe ein.

Biokompatibilität

Ohne Metallanteile sinkt das Risiko für Allergien und Unverträglichkeiten. Gerade empfindliche Patientinnen und Patienten profitieren davon.

Temperaturbeständigkeit

Keramik leitet Wärme und Kälte weniger stark als Metall. Heiße oder kalte Speisen lösen dadurch seltener ein unangenehmes Ziehen aus.

Vermeidung galvanischer Effekte

Der Verzicht auf Metall verhindert elektrische Reaktionen im Mundraum und erhöht so den Tragekomfort.

Wie entsteht eine Versorgung im CAD/CAM-Verfahren?

Vier Schritte führen vom vorbereiteten Zahn zur fertigen Restauration.

  • Digitale Abformung
    Zu Beginn tasten wir Ihre Zähne mit einem Intraoralscanner ab. Die kleine Kamera erfasst Form und Stellung der Zähne und überträgt beides direkt an den Computer. Abformmasse und Löffel brauchen wir dafür nicht mehr. Das ist gerade bei einem empfindlichem Rachen bzw. schnell auftretendem Würgereiz angenehmer.
  • Konstruktion am Bildschirm
    Anschließend entwerfen wir die neue Versorgung am digitalen Modell: die Höhe, die Kauflächen, die Kontaktpunkte zu den Nachbarzähnen und zum Gegenkiefer. Die Software gleicht dabei laufend ab, ob die geplante Form zu Ihrer Bisssituation passt. Geht es um sichtbare Frontzähne, planen wir das Aussehen zusätzlich mit Digital Smile Design.
  • Fertigung
    Aus den Konstruktionsdaten fräst oder schleift eine Maschine die Versorgung aus einem industriell hergestellten Keramikblock heraus. Diese Blöcke entstehen unter kontrollierten Bedingungen und sind dadurch dichter und gleichmäßiger als von Hand geschichtete Keramik. Danach erhält die Restauration ihre Farbe und ihre Oberflächenstruktur.
  • Einprobe und Befestigung
    Zum Schluss setzen wir die Versorgung ein und prüfen Sitz, Rand und Kontaktpunkte. Kleinere Korrekturen nehmen wir direkt am Behandlungsstuhl vor, bevor wir die Restauration fest einkleben.

Das ändert sich dadurch für Sie

Spürbar wird der Unterschied an drei Stellen.

Der unangenehme Abdruck fällt weg. Statt einer Masse, die einige Minuten im Mund aushärten muss, genügt ein Scan. Sie können dabei normal atmen und schlucken.

Die Behandlungsdauer verkürzt sich häufig, weil weniger Zwischenschritte anfallen. Wie viele Termine Sie brauchen, hängt allerdings vom Umfang der Versorgung ab.

Und Ihre Daten bleiben gespeichert. Geht eine Versorgung Jahre später verloren oder bricht sie, lässt sich der Datensatz erneut aufrufen. Ein zweiter Abdruck ist dann nicht in jedem Fall nötig.

Worin unterscheidet sich das Verfahren von der herkömmlichen Herstellung?

Früher führte der Weg über mehrere Zwischenstationen: Silikonabdruck, Gipsmodell, Wachsmodell, Guss oder Pressung. Jeder dieser Schritte brachte eine kleine Ungenauigkeit mit sich, und am Ende summierten sich diese Abweichungen.

Die digitale Kette lässt mehrere dieser Stationen aus. Der Scan geht unmittelbar in die Konstruktion über, die Konstruktion unmittelbar in die Fertigung. Dadurch sitzen die Ränder in der Regel präziser, was für die Haltbarkeit entscheidend ist: Je exakter der Übergang zwischen Zahn und Versorgung, desto weniger Angriffsfläche bietet er Bakterien.

Hinzu kommt die Reproduzierbarkeit. Zwei Versorgungen aus demselben Datensatz fallen identisch aus – bei Handarbeit war das nie vollständig gegeben.

Wo stößt CAD/CAM an seine Grenzen?

Ein digitales Verfahren nimmt der Zahnmedizin keine Entscheidungen ab. Drei Einschränkungen gehören zu einer ehrlichen Aufklärung:

  • Der Scanner sieht nur, was sichtbar ist.
    Liegt der Präparationsrand tief unter dem Zahnfleisch oder blutet das Gewebe, bleibt genau der Bereich verdeckt, auf den es ankommt. Dem Scan fehlen die entscheidenden Konturen und die Kamera kann möglicherweise den Übergang nicht zuverlässig erfassen. In solchen Fällen greifen wir weiterhin zu einer konventionellen Abformung.
  • Bei höchsten ästhetischen Ansprüchen im Frontzahnbereich bleibt die Handarbeit im Vorteil.
    Eine Zahntechnikerin oder ein Zahntechniker kann Keramik in mehreren Schichten auftragen und so Transluzenz und Farbverläufe nachbilden, die eine aus einem Block gefräste Versorgung nicht in gleicher Feinheit erreicht.
  • Die Technik ersetzt keine Diagnostik.
    Eine Karies unter der geplanten Krone oder eine unbehandelte Parodontitis behandeln wir zuerst, sonst hält auch die präziseste Versorgung nicht lange.

CAD/CAM-Verfahren: Dr. Zurmühl und Kollegen – Ihre Zahnärzte in Düsseldorf

Ob sich Ihre Versorgung digital herstellen lässt, entscheidet sich am Befund. In unserem zahnmedizinischen Versorgungszentrum im Herzen von Düsseldorf prüfen wir das gemeinsam mit Ihnen und erklären Ihnen, welcher Weg in Ihrem Fall der bessere ist.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin!

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