Antimikrobielle photodynamische Therapie

Antimikrobielle photodynamische Therapie

Keime im Mund mit Licht reduzieren

Entzündungen im Mund entstehen häufig dort, wo sich Bakterien festsetzen: in Zahnfleischtaschen, rund um Implantate oder im Wurzelkanalsystem. Die antimikrobielle photodynamische Therapie nutzt Licht und eine spezielle Farbstofflösung, um Keime lokal zu reduzieren. Für Patientinnen und Patienten ist das besonders interessant, wenn eine zahnärztliche Behandlung schonend, antibiotikafrei und biologisch orientiert unterstützt werden soll. In diesem Beitrag erfahren Sie, wann die aPDT sinnvoll sein kann, wie sie funktioniert und wie sie sich von Ozon, Laser und Ultraschall unterscheidet.

Was ist die antimikrobielle photodynamische Therapie?

 Hierbei handelt es sich um ein zahnmedizinisches Verfahren, das Bakterien im Mund mithilfe einer speziellen Farbstofflösung und Licht reduzieren kann. Durch die Licht-Aktivierung des Farbstoffs entsteht eine antibakterielle Reaktion, die die Anzahl bestimmter Mikroorganismen in entzündeten oder schwer zugänglichen Bereichen verringern kann.

In der Zahnmedizin kommt die antimikrobielle photodynamische Therapie (kurz: aPDT) vor allem ergänzend zum Einsatz, wenn bakterielle Entzündungen vorliegen. Da die Behandlung lokal wirkt und ohne Antibiotikum auskommt, kann sie eine schonende Unterstützung der zahnärztlichen Therapie sein.

Wann wird die aPDT eingesetzt?

Die antimikrobielle photodynamische Therapie kann sinnvoll sein, wenn bakterielle Beläge oder Biofilme Entzündungen im Mund begünstigen oder die Heilung erschweren. Besonders interessant ist sie in Bereichen, die bei der Reinigung und Behandlung schwer erreichbar sind.

In unserem zahnmedizinischen Versorgungszentrum in Düsseldorf setzen wir die aPDT unter anderem ein bei:

Parodontitis

Bei einer Parodontitis sammeln sich bakterielle Beläge nicht nur auf den sichtbaren Zahnflächen, sondern auch unterhalb des Zahnfleischrandes. Dort können sogenannte Zahnfleischtaschen entstehen, in denen sich Bakterien weiter vermehren und die Heilung des Zahnfleisches erschweren. Die antimikrobielle photodynamische Therapie kann die klassische Parodontitis-Behandlung ergänzen, indem sie die bakterielle Belastung in diesen schwer zugänglichen Bereichen reduziert.

Periimplantitis

Auch rund um Zahnimplantate können sich bakterielle Beläge ansammeln und das umliegende Gewebe entzünden. Bei einer Periimplantitis betrifft die Entzündung den Bereich um das Implantat. Unbehandelt kann sie den Halt des Implantats gefährden. Die aPDT kann dabei helfen, die bakterielle Belastung im Implantatbereich zu reduzieren und die Behandlung der Entzündung zu unterstützen.

Wurzelkanalbehandlungen

Bei einer Wurzelkanalbehandlung entfernen wir infiziertes Gewebe aus dem Inneren des Zahnes und reinigen das Wurzelkanalsystem gründlich. Da die feinen Kanäle und Verzweigungen im Zahninneren schwer zugänglich sein können, können dort trotz größter Sorgfalt Bakterien verbleiben. Die antimikrobielle photodynamische Therapie kann die Wurzelkanalbehandlung ergänzen, indem sie die Keimzahl im Wurzelkanalsystem zusätzlich minimiert.

Entzündungen der Mundschleimhaut

Auch an der Mundschleimhaut können bakterielle Belastungen Beschwerden begünstigen oder die Abheilung erschweren. Je nach Befund kann die antimikrobielle photodynamische Therapie dazu beitragen, die Keimzahl im betroffenen Bereich zu reduzieren. Sie kommt dabei nicht pauschal bei jeder Schleimhautveränderung zum Einsatz, sondern nur dann, wenn eine bakterielle Beteiligung wahrscheinlich ist und die Behandlung sinnvoll ergänzt werden kann.

Ob die aPDT im jeweiligen Fall sinnvoll ist, entscheiden wir nach einer sorgfältigen Untersuchung. Wichtig ist dabei nicht nur, welche Bakterien beteiligt sein können, sondern auch, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist und welche Behandlung bereits geplant wurde.

Wie läuft aPDT ab?

 Vor der Behandlung untersuchen wir den betroffenen Bereich und entscheiden, wo die aPDT sinnvoll eingesetzt werden kann. Je nach Befund kann das z. B. eine Zahnfleischtasche, ein Bereich um ein Implantat oder ein Wurzelkanal sein.

Anschließend tragen wir die lichtaktive Farbstofflösung auf den zu behandelnden Bereich auf. Sie kann sich an Bakterien anlagern und benötigt eine kurze Einwirkzeit. Danach aktivieren wir den Farbstoff mit einem speziellen Licht. Durch diese Lichtaktivierung entsteht eine Reaktion mit Sauerstoff, die Bakterien schädigen und ihre Anzahl verringern kann.

Nach der Anwendung spülen wir den Bereich und kombinieren die Behandlung je nach Situation mit weiteren zahnmedizinischen Maßnahmen. Die antimikrobielle photodynamische Therapie ersetzt also nicht die eigentliche Behandlung der Ursache, kann sie aber sinnvoll ergänzen.

 

Welche Vorteile hat die antimikrobielle photodynamische Therapie?

Die spezielle Therapie kann zahnärztliche Behandlungen ergänzen, wenn bakterielle Beläge oder Biofilme eine Entzündung begünstigen.

Besonders relevant sind dabei diese Vorteile:

  • Lokale Anwendung
    Die aPDT wird direkt am betroffenen Bereich angewendet. So kann die bakterielle Belastung genau da reduziert werden, wo sie für die Behandlung relevant ist.
  • Ohne Antibiotikum
    Die Methode kommt ohne Antibiotikum aus. So kann die bakterielle Belastung minimiert werden, ohne den gesamten Körper mit einem Medikament zu belasten.
  • Gut kombinierbar
    Die aPDT lässt sich mit anderen zahnmedizinischen Maßnahmen verbinden, etwa mit der Parodontitis-Behandlung, der Periimplantitis-Therapie oder der Wurzelkanalbehandlung.
  • Schonendes Vorgehen
    Die Therapie kommt ohne chirurgischen Eingriff aus und lässt sich auch in schwer erreichbaren Bereichen anwenden.

Ob diese Vorteile im Einzelfall greifen, hängt immer vom Befund, vom Entzündungsbild und vom gesamten Behandlungskonzept ab.

 

aPDT in der biologischen Zahnmedizin

Mundgesundheit und Allgemeingesundheit stehen enger miteinander in Verbindung, als vielen zunächst bewusst ist. Entzündungen im Mund bleiben nicht immer auf Zähne und Zahnfleisch begrenzt. Sie können den Organismus belasten und mit allgemeinen Beschwerden zusammenhängen. Möglich sind z. B. ungünstige Wechselwirkungen mit bestehenden Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder rheumatischen Beschwerden.

Deshalb geht es bei einem biologisch orientierten Behandlungskonzept nicht nur darum, einzelne Zähne zu versorgen. Entscheidend ist auch, wie Entzündungen möglichst gewebeschonend, körperverträglich und nachhaltig behandelt werden können.

Dabei spielen bakterielle Belastungen eine wichtige Rolle, weil sie das Zahnfleisch, den Kieferknochen oder den Bereich um Implantate dauerhaft reizen können. Die antimikrobielle photodynamische Therapie kann diesen Ansatz unterstützen. Sie richtet sich nicht gegen das Symptom allein, sondern gegen den Auslöser der Entzündung: die bakterielle Besiedlung im betroffenen Bereich. Dadurch kann sie helfen, bessere Voraussetzungen für Heilung, Stabilität und langfristige Mundgesundheit zu schaffen.

Für wen eignet sich die antimikrobielle photodynamische Therapie?

Die aPDT eignet sich vor allem für Patientinnen und Patienten, bei denen eine bakterielle Belastung im Mund möglichst lokal reduziert werden soll – beispielsweise, weil sie Antibiotika nicht gut vertragen oder eine antibiotikafreie Unterstützung bevorzugen. Wichtig ist jedoch: Wenn ein Antibiotikum aus medizinischer Sicht notwendig ist, ersetzt die antimikrobielle photodynamische Therapie diese Behandlung nicht automatisch.

Wie ordnet sich die aPDT neben Ozon, Laser und Ultraschall ein?

In der modernen Zahnmedizin gibt es verschiedene Verfahren, mit denen bakterielle Belastungen reduziert, Beläge entfernt oder entzündete Bereiche unterstützt werden können.

In unserem zahnmedizinischen Versorgungszentrum in Düsseldorf Dr. Zurmühl & Kollegen bieten wir folgende Verfahren an:

Ozon-Therapie

Ozon ist ein reaktionsfreudiges Gas, das lokal auf den zu behandelnden Bereich aufgebracht wird. Es kann Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder Viren oxidativ schädigen und eignet sich deshalb vor allem für oberflächliche oder gut erreichbare Bereiche, in denen eine zusätzliche antimikrobielle Unterstützung gewünscht ist.

In der biologischen Zahnmedizin kann die Ozontherapie z. B. bei kleineren Entzündungen, nach der Reinigung bestimmter Areale oder unterstützend bei der Wundheilung eingesetzt werden.Im Unterschied zur aPDT wirkt Ozon vor allem über seine oxidative Eigenschaft als Gas. Die aPDT nutzt dagegen eine Farbstofflösung und Licht und kann besonders dann sinnvoll sein, wenn bakterielle Belastungen in schwerer zugänglichen Bereichen reduziert werden sollen.

Ultraschall

Dieses Verfahren setzen wir vor allem dann ein, um Beläge, Zahnstein und Biofilm mechanisch von Zahn- und Wurzeloberflächen zu lösen. Die feinen Schwingungen erreichen auch Bereiche unterhalb des Zahnfleischrandes und sind deshalb besonders wichtig bei der Parodontitis-Therapie.

Das Alleinstellungsmerkmal liegt in der mechanischen Reinigung: Ultraschall entfernt harte und weiche Ablagerungen, die Entzündungen begünstigen können. Die aPDT setzt an einem anderen Punkt an. Sie entfernt keine Beläge, sondern kann nach der Reinigung helfen, die bakterielle Belastung im behandelten Bereich zusätzlich zu reduzieren. Beide Verfahren können sich deshalb sinnvoll ergänzen.

Laser

Gebündeltes Licht kann in der Zahnmedizin je nach Wellenlänge sehr unterschiedlich eingesetzt werden. Es eignet sich z. B., um Weichgewebe schonend zu behandeln, entzündete Bereiche zu unterstützen oder Keime zu minimieren. Je nach Lasersystem kann die Wirkung eher gewebebearbeitend, blutungsarm, antibakteriell oder wundheilungsfördernd sein.

Der Unterschied zur aPDT liegt im Wirkprinzip: Beim Laser  steht die direkte Wirkung des Lichts auf Gewebe oder Mikroorganismen im Vordergrund. Die antimikrobielle photodynamische Therapie nutzt Licht dagegen in Kombination mit einer Farbstofflösung. Erst durch diese Aktivierung entsteht die antibakterielle Reaktion. Deshalb ist die aPDT besonders interessant, wenn Bakterien im behandelten Bereich über diesen photodynamischen Effekt reduziert werden sollen.

Wichtig für Sie zu wissen: Ozon, Laser, Ultraschall und aPDT stehen nicht in Konkurrenz zueinander. Häufig können sie sich ergänzen. Während Ultraschall Beläge entfernt, kann die aPDT zusätzlich helfen, bakterielle Belastungen in schwer erreichbaren Bereichen zu senken. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Entzündungsbild, der Tiefe der betroffenen Bereiche und dem gesamten Behandlungskonzept ab.

Wie oft muss die Behandlung durchgeführt werden?

Die Anzahl der Anwendungen richtet sich nach dem jeweiligen Befund. Bei manchen Patientinnen und Patienten reicht eine einzelne aPDT als Ergänzung zur zahnärztlichen Behandlung aus. In anderen Fällen kann es sinnvoll sein, die Behandlung zu wiederholen – dies v. a., wenn es sich um besonders ausgeprägte oder hartnäckige Befunde handelt.

Entscheidend ist immer, wie das Gewebe auf die Behandlung reagiert und welche weiteren Maßnahmen geplant sind. Deshalb legen wir die Häufigkeit nicht pauschal fest, sondern stimmen sie individuell auf die jeweilige Situation ab.

Antimikrobielle photodynamische Therapie: Dr. Zurmühl und Kollegen – Ihre Experten in Düsseldorf

Die antimikrobielle photodynamische Therapie kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn bakterielle Belastungen im Mund reduziert und Entzündungen schonend unterstützt werden sollen. Besonders im Rahmen der biologischen Zahnmedizin bietet sie die Möglichkeit, lokale Befunde differenziert zu behandeln und die Mundgesundheit im Zusammenhang mit dem gesamten Körper zu betrachten.

Im zahnmedizinischen Versorgungszentrum Dr. Zurmühl und Kollegen in Düsseldorf prüfen wir sorgfältig, ob die aPDT zu Ihrem Befund passt und wie sie sich sinnvoll mit weiteren Verfahren wie Ultraschall, Laser oder Ozon-Therapie kombinieren lässt. Wenn Sie mehr über die antimikrobielle photodynamische Therapie erfahren möchten, beraten wir Sie gerne persönlich in unserer Praxis.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin!

Foto: Wasser auf Glas-Hintergrundbild © elements.envato.com/de | ShadowInspiration

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